Nach der erfolgreichen Entwicklungsphase bringt der PKV-Verband das Programm „PfleBeO“ (Pflegeeinrichtungen – Bewegungsfreundliche Organisationen) in die Fläche: Bis 2028 unterstützt PfleBeO rund 65 Pflegeeinrichtungen beim Aufbau bewegungsfreundlicher Strukturen.
Rund 800.000 Menschen in Deutschland leben in Pflegeeinrichtungen – viele von ihnen bewegen sich im Alltag zu wenig. Dabei kann regelmäßige körperliche Aktivität wesentlich dazu beitragen, dass Pflegebedürftige ihre Selbstständigkeit erhalten und ihre Lebensqualität steigt. Vielen Einrichtungen fällt es jedoch schwer, Bewegungsförderung in den Pflegealltag zu integrieren. Genau hier setzt das Programm PfleBeO an.
Von der Erprobung in die Fläche
Der PKV-Verband hat das Präventionsprogramm seit 2020 entwickelt und in 28 Pflegeeinrichtungen erprobt. Jetzt startet der bundesweite Rollout. „In der aktuellen Debatte über die Zukunft der Pflege dominiert häufig die Kostenperspektive. Ebenso wichtig ist jedoch die Frage, wie die Qualität von Pflege gestärkt werden kann. Mit der Ausweitung von PfleBeO möchten wir einen Impuls setzen und Prävention in die Breite bringen. Unser Anspruch ist es dabei, dass unsere Programme nicht nur gut gemeint sind, sondern nachweislich wirken. Deshalb begleiten wir die Umsetzung mit einer wissenschaftlichen Evaluation”, so Stephan Riedl, Referent Prävention beim PKV-Verband.
Mit Organisationsentwicklung zu mehr Bewegungsförderung
Statt einzelner Bewegungsangebote setzt PfleBeO auf einen Veränderungsprozess in der gesamten Einrichtung – mit dem Ziel, dass Bewegung zum selbstverständlichen Bestandteil des Alltags wird. Dabei übernehmen die Mitarbeitenden in den Pflegeeinrichtungen eine zentrale Rolle und gestalten den Prozess aktiv mit: Sie bringen ihre Praxiserfahrungen ein, entwickeln gemeinsam Erfolgskriterien und identifizieren Ansatzpunkte für mehr Bewegungsförderung. So entsteht ein Veränderungsprozess, der an den realen Bedingungen vor Ort ansetzt und von den Einrichtungen eigenständig nach Ablauf des Programms weitergeführt werden kann.
Im Rahmen der Umsetzungsphase werden bis Ende 2026 weitere Prozessbegleiterinnen und -begleiter geschult – Fachkräfte mit Qualifikationen im pflegerischen Bereich sowie Kompetenzen der Organisationsberatung, die Einrichtungen bei der Umsetzung vor Ort begleiten. Parallel startet die Ausweitung auf weitere Pflegeeinrichtungen in ganz Deutschland. Die Durchführung des Programms liegt bei der g2 Organisationsentwicklung GmbH.
Zur Unterstützung steht den teilnehmenden Pflegeeinrichtungen eine digitale Plattform auf der Infrastruktur www.gesundheit-gestalten.de zur Verfügung. Diese bietet E-Learning-Einheiten, Instrumente für das Projektmanagement sowie die Möglichkeit, sich mit anderen Programmteilnehmenden zu vernetzen und auszutauschen.
Teilnahme und Kontakt
Das Programm ist für Pflegeeinrichtungen dank der Förderung des PKV-Verbands kostenlos. Einrichtungen, die am Programm teilnehmen möchten, sowie Interessierte an der Qualifizierung als Prozessbegleiterin oder -begleiter können sich an das PfleBeO-Team wenden: pflebeo@g2oe.de
Weitere Informationen zu PfleBeO: https://pflebeo.de
Über das Präventionsengagement des PKV-Verbands
Seit 2017 ist der PKV-Verband freiwilliges Mitglied der Nationalen Präventionskonferenz und leistet mit seinen Präventionsprogrammen und rund 22 Millionen Euro jährlich einen aktiven Beitrag zur Umsetzung der Nationalen Präventionsstrategie im Sinne des Präventionsgesetzes.
Die Programme setzen direkt in den Lebenswelten der Menschen an – von der Kita bis zur Pflegeeinrichtung, für Jung und Alt. Ziel ist es, gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen zu schaffen und Strukturen nachhaltig zu stärken. Gemeinsam mit einem Netzwerk an Partnern unterstützt der PKV-Verband dafür die Akteure vor Ort mit gezielten Maßnahmen der Organisations- und Strukturentwicklung – etwa durch Beratung, Qualifizierungsangebote, fachlichen Austausch und Hilfestellung beim Projektmanagement.
Mehr zum PKV-Präventionsengagement: https://www.pkv.de/praevention
