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Demenz: Zahl der Betroffenen in Hamburg steigt bis zum Jahr 2060 um 67 Prozent

Pressemitteilung

AOK-Prognosen zufolge werden dann 43.000 Menschen in Hamburg an Demenz erkrankt sein.

Hamburg – Die Zahl der Demenz-Erkrankungen in Hamburg wird bis zum Jahr 2060 um etwa 17.000 Fälle auf rund 43.000 Betroffene steigen, ein Zuwachs von fast 70 Prozent seit 2020. Das zeigen aktuelle Prognosen des Wissenschaftlichen In-stituts der AOK (WIdO) in Kooperation mit den Universitäten Trier, Rostock und Köln. Die Expertinnen und Experten weisen darauf hin, dass durch den demografischen Wandel zugleich ein deutlicher Rückgang der erwerbstätigen Bevölkerung und damit eine Lücke in der Versorgung von Demenz-Erkrankten zu erwarten ist.

Infolge der zunehmenden Lebenserwartung ist davon auszugehen, dass die Zahl der Demenz-Fälle in Hamburg von aktuell über 25.000 auf mehr als 42.000 im Jahr 2060 ansteigen wird. Nach heutigem Stand der Wissenschaft können eine bessere Prävention von demenzbegünstigenden Faktoren wie Bluthochdruck und Diabetes sowie ein höheres Bildungsniveau dazu beitragen, etwa die Hälfte der Demenz-Neuerkrankungen zu vermeiden. Demnach könnten die Demenz-Fallzahlen im Jahr 2060 zwischen rund 25.000 und rund 31.000 und somit deutlich niedriger liegen als in den aktuellen Prognosen.

„Demenz ist nicht ausschließlich altersabhängig, sondern wird durch eine Vielzahl von Risikofaktoren beeinflusst. Präventiven Maßnahmen kommt daher eine zentrale Bedeutung zu“, sagt Sabine Deutscher, Vorstandsmitglied der AOK Rheinland/Hamburg. „Nach aktueller Forschung wird ein reduziertes Erkrankungsrisiko mit einer ausgewogenen Ernährung, regelmäßiger körperlicher Aktivität sowie kognitiver und sozialer Interaktion in Verbindung gebracht. Der Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum kann zudem den Krankheitsbeginn hinauszögern.“

Mehr Menschen mit Demenz, weniger potenzielle Versorgende in Hamburg

Die Auswertung für Hamburg zeigt, dass die Zahl der Demenz-Fälle deutlich zunehmen wird, während die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter gleichzeitig zurückgeht. Dadurch wird einer steigenden Zahl von Menschen mit Demenz eine zunehmend kleinere Gruppe von Personen im Alter von 20 bis 65 Jahren gegenüberstehen, die potenziell die Versorgung sicherstellen können.

Im Jahr 2020 kamen auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter durchschnittlich 2,1 Menschen mit Demenz. Rechnerisch standen einem Demenz-Fall ca. 48 Personen im erwerbsfähigen Alter für die Versorgung gegenüber. Bis zum Jahr 2060 werden auf eine an Demenz erkrankte Person nur noch 32 Personen im erwerbsfähigen Alter kommen. Es werden also deutlich mehr an Demenz Erkrankte von weniger Personen zu versorgen sein.

Für Hamburg wird im Fall stabiler Demenz-Zahlen eine Verbesserung des Verhältnisses zur Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter prognostiziert: Auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter kommen dann 1,9 Demenz-Fälle.

„Unsere Ergebnisse zeigen klar: Demenz ist eine konkrete Herausforderung auf kommunaler Ebene. Die regionalen Unterschiede werden größer. Darauf müssen sich Versorgungsstrukturen, Pflegeangebote und Kommunalpolitik einstellen“, betont Helmut Schröder, Geschäftsführer des WIdO.

myReha

Versicherte der AOK Rheinland/Hamburg können jetzt mithilfe eines modernen digitalen Versorgungsangebots individuelle Therapie-Impulse setzen. Die App ‚myReha‘ ist als Medizinprodukt zertifiziert und wird bereits in der Therapie von neurologischen Erkrankungen wie Demenz eingesetzt. Die Therapielösung bietet Übungen, um Sprache, Gedächtnis und Alltagsfähigkeiten zu trainieren. Dabei ist die Anwendung intuitiv und auch für Personen ohne digitale Vorerfahrung leicht zu verstehen. Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz können die Übungen an den individuellen Bedarf angepasst werden. Rund 65.000 Übungen für Sprache, Gedächtnis, Konzentration, Wahrnehmung und Alltagstraining aus den Bereichen Logopädie, Ergotherapie und Neuropsychologie können ausgewählt werden.

Hinweise für die Redaktionen:
Weitere Informationen zum Prognoseverfahren sowie zur Entwicklung der verschiedenen Szenarien finden Sie hier.