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Finger weg vom Spiritus! Grillunfälle sind zu 100 % vermeidbar
Flüssige Brandbeschleuniger verursachen oft meterhohe Stichflammen, die insbesondere Kinder gefährlich verletzen können. © Paulinchen e.V.

Finger weg vom Spiritus! Grillunfälle sind zu 100 % vermeidbar

Pressemitteilung

Jedes Jahr müssen Tausende Kinder und Jugendliche in der Notaufnahme behandelt werden, weil sie durch Verbrennungen oder Verbrühungen verletzt wurden. Oft sind Grillunfälle die Ursache, vor allem durch den leichtfertigen Einsatz flüssiger Brandbeschleuniger. Der Verein Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V. stellt klar: Diese Unfälle muss man nicht hinnehmen, sie sind zu 100 % vermeidbar.

Das Problem bei Spiritus ist nicht nur die Flüssigkeit selbst, sondern die Gaswolke, die sich beim Ausgießen schlagartig bildet. Diese Dämpfe sind schwerer als Luft und breiten sich unsichtbar über dem Grill und in der Umgebung aus. Sobald eine Zündquelle wie ein Streichholz oder Restglut die Gaswolke erreicht, kommt es zu einer explosionsartigen Verpuffung. Diese meterhohen Stichflammen treffen oft Umstehende – vor allem Kinder, deren Gesichtshöhe sich genau auf der Höhe der Feuerwalze befindet.

Feuerwehr und Ärzte mahnen eindringlich

„Man kann es nicht deutlich genug sagen: Spiritus am Grill ist ein gefährliches Spiel mit der Gesundheit der Umstehenden“, mahnt Dirk Aschenbrenner, Direktor der Feuerwehr Dortmund und Präsident der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb). „Mein Rat als Brandschützer: Nehmen Sie geeignete Zündmittel und sich ausreichend Zeit für sicheres Grillen – denn ein schöner Abend darf nicht mit einem lebenslangen Trauma enden.“

Auch die Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin (DGV) unterstützt den Appell von Paulinchen e.V.: „Auf flüssige Brandbeschleuniger sollte verzichtet werden“, erklärt Professor Paul Christian Fuchs, Präsident der DGV und Direktor der Klinik für Plastische Chirurgie am Krankenhaus Köln-Merheim. „Der Griff zum falschen Anzünder führt oft zu monatelangen, teils jahrelangen Behandlungen und lebenslangen Narben – das erleben wir immer noch zu oft im klinischen Alltag, und den Schaden hat oft nicht der Anwender, sondern der gegenüberstehende Mensch.“

Tipps für ein sicheres Grillvergnügen

Damit der Grillabend sicher bleibt, müssen flüssige Brandbeschleuniger konsequent vom Grillplatz verbannt werden. Paulinchen e.V. empfiehlt:

  • Finger weg von Spiritus: Nutzen Sie ausschließlich geprüfte Grillanzünder, z. B. Anzündwürfel oder Grillkamine.
  • Gute Standfestigkeit: Der Grill muss kippsicher und windgeschützt auf ebenem Untergrund stehen.
  • Sicherheitsabstand für Kinder: Richten Sie eine „Schutzzone“ von mindestens 2 bis 3 Metern um den Grill ein.
  • Löschmittel bereitstellen: Ein Eimer Sand, eine Löschdecke oder ein Feuerlöscher sollten immer griffbereit sein. Wichtig: Brennendes Fett niemals mit Wasser löschen!
  • Geduld beim Abkühlen: Die Glut braucht oft bis zu 48 Stunden, um vollständig zu erlöschen. Vergraben Sie heiße Kohle niemals im Sand – der Strand wird so zur unsichtbaren Falle für Kinderfüße.
  • Zudem ist das Grillen in geschlossenen Räumen lebensgefährlich und kann zu Kohlenmonoxid-Vergiftungen führen.

Appell: Prävention statt Therapie

„Wir kämpfen dafür, dass flüssige Brandbeschleuniger idealerweise gar nicht mehr als Grillanzünder verkauft werden dürfen“, sagt Susanne Falk, Vorsitzende von Paulinchen e.V., der Initiative für brandverletzte Kinder (www.paulinchen.de). „Jeder Grillunfall durch Spiritus ist ein Unfall zu viel, weil er durch die Wahl des richtigen Anzünders zu 100 % hätte verhindert werden können.“

Der Verein begleitet brandverletzte Kinder und ihre Familien auf dem langen Weg der Genesung. Doch das Ziel bleibt: dass dieser Weg gar nicht erst angetreten werden muss.

Pressebild (Download)

Plakat (Download)

Sicheres Grillen: alle wichtigen Verhaltensregeln auf einen Blick

Präventionsfilm: Tipps zum sicheren Grillen

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