Hannover – Die Deutsche Leberstiftung fördert mit ihrem Vernetzungs-Stipendium gezielt die Zusammenarbeit in der hepatologischen Forschung. Ziel des Stipendiums ist es, den fachlichen Austausch zwischen Forschenden sowie zwischen unterschiedlichen Forschungseinrichtungen zu etablieren. Im Jahr 2026 werden zwei Forschungsvorhaben gefördert – ein Projekt zur systematischen Untersuchung zelltypspezifischer Zelltod-Prozesse bei Metabolischen dysfunktions-assoziierten steatotischen Lebererkrankungen (MASLD) und ein Projekt, das sich mit neuen therapeutischen Ansätzen gegen Infektionen mit dem Hepatitis E-Virus befasst.
Das Vernetzungs-Stipendium ermöglicht es Forschenden, zeitlich begrenzte klinische oder grundlagenwissenschaftliche Projekte an einer externen Einrichtung durchzuführen und dabei neue methodische und inhaltliche Impulse zu gewinnen. Die Förderung umfasst die Übernahme von Reise- und Aufenthaltskosten sowie – sofern erforderlich – die Verbrauchsmittel in der gastgebenden Institution.
Für das Stipendium wurden zahlreiche Bewerbungen aus Medizin und Forschung eingereicht. Die Auswahl der geförderten Vorhaben erfolgte durch ein unabhängiges Gutachterkomitee. Diesem gehörten Prof. Dr. Maike Hofmann (Freiburg), Priv. Doz. Dr. Peter Hübener (Hamburg) sowie Prof. Dr. Andreas E. Kremer (Zürich, Schweiz) an.
„Das Vernetzungs-Stipendium der Deutschen Leberstiftung leistet einen wichtigen Beitrag zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und zur Stärkung innovativer Forschungsansätze in der Hepatologie. Besonders hervorzuheben ist die Verbindung aus finanzieller Unterstützung und gezielter Vernetzung, die den Austausch von Wissen, Methoden und Perspektiven nachhaltig fördert. Jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eröffnet das Stipendium die Möglichkeit, frühzeitig belastbare Netzwerke aufzubauen und von einem intensiven Austausch mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen zu profitieren. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Forschungsstandorten entstehen nicht nur neue wissenschaftliche Impulse, sondern auch langfristige Partnerschaften, die die persönliche und fachliche Entwicklung nachhaltig prägen. Damit leistet das Stipendium einen wichtigen Beitrag, um engagierten Nachwuchs zu fördern und die Zukunft der Leberforschung gemeinsam zu gestalten“, erläutert Prof. Dr. Maike Hofmann, Mitglied des Gutachterkomitees, die Ausrichtung und Wirksamkeit des Stipendiums.
Das Gutachterkomitee beschloss nach Prüfung und Diskussion der Anträge einstimmig die Förderung von zwei Projekten. Im Jahr 2026 vergibt die Deutsche Leberstiftung jeweils ein Stipendium zur Förderung der Forschungsvernetzung an die folgenden Forschenden:
Maria Laura Goussain Darido von der Ruhr-Universität Bochum mit dem Projekt „Target drug screen reveals Tetrandrine as promising therapeutic for Hepatitis E virus and uncovers possible role of TPC2 channel as pro-viral host factor” für einen Forschungsaufenthalt an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg;
Dr. Christian Stöß von der Technischen Universität München, Klinikum rechts der Isar mit dem Projekt „Systematische Analyse metabolisch induzierter Zelltodmechanismen in der MASLD mittels precision-cut liver slices“ für einen Forschungsaufenthalt an der Charité – Universitätsmedizin Berlin.
„Im Rahmen ihres Forschungsvorhabens widmet sich Frau Darido den Mechanismen der frühen HEV-Infektion und entwickelt robuste experimentelle Ansätze zur Bewertung potenzieller antiviraler Wirkstoffe. Dadurch kann das Verständnis des Viruseintritts in die Zellen deutlich vertieft werden. Gleichzeitig eröffnet das Projekt neue Perspektiven für die Entwicklung antiviraler Strategien. In dem zweiten geförderten Projekt untersucht Herr Dr. Stöß zelltypspezifische Mechanismen des Zelltods bei MASLD/MASH. Langfristiges Ziel ist es, chronische Leberschädigungen funktionell zu bewerten und deren Einfluss auf chirurgische hepatobiliäre Eingriffe besser zu verstehen“, erläutert Prof. Hofmann die beiden in diesem Jahr geförderten Projekte.
Die mit einem Vernetzungs-Stipendium Geförderten erhielten ihre Urkunden am 26. Juni 2026 auf dem 22. HepNet Symposium von Prof. Dr. Heiner Wedemeyer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung und Prof. Dr. Andreas E. Kremer, Mitglied des Gutachterkomitees.
Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch Forschungsförderung, Forschungsvernetzung und wissenschaftliche Projekte zu verbessern. Mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information und Beratung in medizinischen Fragen. Auf der Website finden Sie umfangreiche Informationen sowie Bildmaterial für Betroffene, Interessierte, Angehörige der Fachkreise und Medienvertreter: www.deutsche-leberstiftung.de.
