Übersicht / Johannes Gutenberg-Universität Mainz / Meldung vom 06.08.2009

Donnerstag, 06. August 2009, 11:00 Uhr

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Zahl der gespendeten und transplantierten Augenhornhäute erneut gestiegen

Hornhautbank des Landes Rheinland-Pfalz blickt auf erfolgreiches Jahr 2008 zurück

Mainz – Durch die intensive Zusammenarbeit der Augenklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz mit mehreren Kliniken in Rheinland-Pfalz bei der Spendergewinnung ist die Zahl der Augenhornhautspenden im Jahr 2008 erneut gestiegen. So konnten im vergangenen Jahr der Hornhautbank des Landes Rheinland-Pfalz in Mainz an der Augenklinik der Universitätsmedizin 538 Augenhornhäute durch Gewebespender zur Verfügung gestellt werden. Verglichen mit dem Vorjahr (437) bedeutet dies eine Steigerung von 20 Prozent. Darüber hinaus ist seit neustem ein Mikrokeratom-Gerät im Einsatz, welches dank minimal-invasiver Operationstechnik die Transplantation einer dünnen Hornhautinnenschicht erlaubt. Dies ist vor allem für die postoperativeSehschärfe von Vorteil.

Die positive Entwicklung bei der Anzahl der Hornhautentnahmen ist maßgeblich auf die intensive langjährige beziehungsweise neuetablierte Zusammenarbeit mit mehreren Kliniken in Rheinland-Pfalz zurückzuführen. So konnte sowohl die Zahl der transplantierten Hornhäute insgesamt als auch die Anzahl der klinikinternen Transplantationen gesteigert werden um 13 Prozent beziehungsweise 29 Prozent gegenüber 2007. Um diesen erheblichen Mehraufwand zu bewältigen, wurde im Jahr 2008 das Team der Hornhautbank um zwei Mitarbeiter erweitert.

Ein weiteres Highlight des vergangenen Jahres war der Erwerb und die Inbetriebnahme eines Mikrokeratom-Geräts. Ein Mikrokeratom ist ein äußerst präzises elektronisch gesteuertes Schneideinstrument, wodurch mit Hilfe einer neuartigen Operationstechnik lediglich eine dünne Schicht am Inneren der Hornhaut verpflanzt werden kann. "Da es sich hierbei um ein minimal-invasives Operationsverfahren handelt, liegen seine Vorteile in einer besseren und schnelleren Wundheilung. Dadurch, dass der Empfänger einen großen Teil seiner eigenen Hornhaut behält, treten darüber hinaus weniger postoperative Hornhautverkrümmungen auf, als dies bei einer ganzheitlichen Hornhauttransplantation der Fall ist", erklärte der Leiter der Hornhautbank, Dr. Jan M. Vetter. Aufgrund der guten Erfahrungen mit dem Mikrokeratom bei der Transplantation von Teilen der Augenhornhaut wurde dieses Verfahren daraufhin auch in der Augenklinik der Universitätsmedizin Mainz bei im Rahmen der Hornhauttransplantation etabliert.

"Wir freuen uns auf ein erneut auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken zu können, denn die Wartelisten für Hornhauttransplantationen sind sehr lang. Daher ist es ungemein wichtig, potentielle Spender und Angehörige über die Hornhautspende sowie der Hornhauttransplantation zu informieren und aufzuklären", sagte Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Direktor der Augenklinik und gleichzeitig Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Hintergrundinformationen

Die Transplantation von Augenhornhäuten ist die häufigste Verpflanzung eines Gewebes beim Menschen. Zwischen 4.500 bis 6.000 Hornhäute werden jährlich in Deutschland transplantiert. Der tatsächliche Bedarf an Hornhautspenden ist deutlich höher: Schätzungsweise benötigen jährlich bis zu 8.000 Patienten in Deutschland eine Spenderhornhaut als Ersatz für ihre aufgrund einer Erkrankung oder eines Unfalls eine getrübte, verformte oder beschädigte Hornhaut. Die Hornhautbank des Landes Rheinland-Pfalz existiert seit etwa 17 Jahren und befindet sich in der Augenklinik der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Dort ist das Bestreben der Mitarbeiter, sowohl den regionalen als auch Teile des nationalen Bedarfs an Spenderhornhäuten zu decken.

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige Einrichtung dieser Art in Rheinland-Pfalz. Mehr als 50 Kliniken, Institute und Abteilungen sowie zwei Einrichtung der medizinischen Zentralversorgung -- die Apotheke und die Transfusionszentrale -- gehören zur Universitätsmedizin. Mit der Krankenversorgung untrennbar verbunden sind Forschung und Lehre. Rund 3.500 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz kontinuierlich ausgebildet. Weitere Informationen im Internet unter http://www.klinik.uni-mainz.de