Berlin – Alkoholkonsum zählt weltweit zu den wesentlichen Risikofaktoren für Krankheiten. In der hausärztlichen Praxis wird das Thema jedoch noch zu selten angesprochen. Die Stiftung Gesundheitswissen stellt neue Praxismaterialien vor, die Ärzte gezielt bei der Ansprache von riskantem Trinkverhalten unterstützen sollen. Die Materialien setzen dort an, wo die reine Beratung auf Barrieren stößt: Sie unterstützen eine strukturierte Auseinandersetzung mit dem eigenen Trinkverhalten und visualisieren gesundheitliche Risiken kompakt und leicht verständlich.
Barrieren in der Patientenkommunikation
Alkohol ist in Deutschland gesellschaftlich breit akzeptiert und wird häufig als selbstverständlicher Bestandteil sozialer Anlässe wahrgenommen. Das Risiko für gesundheitliche Folgen wird hingegen unterschätzt. Eine qualitative Bedarfsanalyse der Stiftung Gesundheitswissen mit Hausärzten zeigt, dass Patienten ihren Konsum herunterspielen. Zudem sind sie von medizinischen Grenzwerten sowie langfristigen Folgeschäden überrascht. Des Weiteren hat die Befragung ergeben, dass der Konsum meist erst bei konkreten Befunden wie auffälligen Leberwerten oder akuten Beschwerden angesprochen wird. Klassische Broschüren zum Thema finden im Wartezimmer kaum Beachtung. Ärzte wünschen sich daher Materialien, die das Problembewusstsein der Patienten schärfen.
Gezielte Unterstützung für das Gespräch in der Praxis
Die Stiftung Gesundheitswissen setzt genau dort an und hat unterstützende Materialien für die Vor- und Nachbereitung des Arzt-Patienten-Gesprächs entwickelt:
- Persönliches Trinktagebuch: Es sensibilisiert Patienten für ihr eigenes Konsumverhalten. Durch die Dokumentation von Anlässen und Mengen wird die Grundlage für eine objektive Einschätzung geschaffen.
- Schaubild „Wie schadet Alkohol dem Körper?“: Es visualisiert mögliche körperliche Folgen anschaulich und kann so die Risikokommunikation im Gespräch unterstützen.
- Kurzinformation zu Hilfsangeboten: Diese dient als Wegweiser für Patienten, bei denen ein problematischer Konsum festgestellt wurde. Sie bietet einen diskreten Überblick über professionelle, unverbindliche Unterstützungsmöglichkeiten wie Telefon-Hotlines, Online-Beratungen sowie Selbsthilfegruppen.
Die Materialien können Hausärzte dabei unterstützen, Alkoholkonsum niedrigschwellig anzusprechen, Risiken verständlich zu machen und Patienten zur Reflexion ihres Trinkverhaltens anzuregen.
Weitere Informationen:
Über das Portal „Gesunde Sprechstunde“ stellt die Stiftung Gesundheitswissen kostenfreie, wissenschaftlich fundierte Patientenmaterialien für das Arzt-Patienten-Gespräch bereit. Ziel ist es, die Beratung in der Praxis zu unterstützen und die gemeinsame Entscheidungsfindung zu stärken. Das Angebot zum Thema Alkoholkonsum umfasst:
- Trinktagebuch,
- Kurzinformation zu Hilfsangeboten,
- Schaubild zu möglichen körperlichen Risiken und Folgeerkrankungen.
Über die Stiftung Gesundheitswissen:
Die Stiftung Gesundheitswissen ist eine gemeinnützige, operative Stiftung. Sie vermittelt wissenschaftlich fundiertes, leicht verständliches und kostenfreies Gesundheitswissen, das Menschen dabei unterstützt, informierte Entscheidungen für ihre eigene Gesundheit zu treffen. Im Mittelpunkt stehen die Aufklärung zu gesundheitlichen Fragen, zu Erkrankungen und Behandlungsoptionen sowie die Förderung eines gesunden Lebensstils. Durch eigene Forschung untersucht die Stiftung, wie gesundheitliche Kompetenzen zielgruppenspezifisch und in unterschiedlichen Lebensbereichen wirksam gestärkt werden können. Stifter ist der Verband der Privaten Krankenversicherung. Die Angebote der Stiftung Gesundheitswissen sind kostenfrei über das Gesundheitsportal www.stiftung-gesundheitswissen.de zugänglich. Ergänzende Formate zur Stärkung der Patientensouveränität im Arzt-Patienten-Gespräch werden unter www.gesunde-sprechstunde.de bereitgestellt, Angebote zur Förderung gesundheitlicher Kompetenzen in der Schule unter www.pausenlos-gesund.de.