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Rückschlag für die körperliche Selbstbestimmung
© Brian OTIENO/DSW

Rückschlag für die körperliche Selbstbestimmung

Weltfrauentag 2026

Internationale Krisen und politische Kurswechsel bedrohen die Rechte von Frauen

Jede zweite Frau weltweit kann nicht selbstbestimmt über ihren Körper entscheiden, das heißt sie kann weder über ihre gesundheitliche Versorgung noch über Verhütung selbst bestimmen ­- und sie kann nicht „Nein“ sagen zu Sex. „In zahlreichen Ländern brauchen Frauen noch die Zustimmung des Ehemanns oder der Eltern, wenn sie zum Arzt gehen oder verhüten wollen“, erklärt Angela Bähr, Vorständin Programme der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW), und warnt anlässlich des Weltfrauentags 2026 vor erneuten Rückschritten. Eine jüngst vom Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) veröffentlichte Analyse zeigt, dass Frauen weltweit im Durchschnitt nur über 64 Prozent der Rechte verfügen, die Männern zustehen. So erlebt fast jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens körperliche oder sexuelle Gewalt, doch in mehr als die Hälfte der Länder (54 Prozent) wird Vergewaltigung nicht als Straftat verfolgt.

Die aktuelle internationale Entwicklung drohe das Recht der Frauen auf körperliche Selbstbestimmung eher weiter einzuschränken, denn sie zu verbessern, konstatiert Bähr. So würden in Krisen- und Kriegssituationen die Raten von sexueller Gewalt drastisch ansteigen. Laut UNFPA betraf das allein in den vergangenen 12 Monaten etwa jede zehnte Frau weltweit. Von den Überlebenden suchen danach aber weniger als 40 Prozent irgendeine Form von Hilfe. Ein noch geringerer Anteil wendet sich an staatliche Stellen wie die Polizei. So bleibt die Straflosigkeit der Täter weit verbreitet.

Mindestens ebenso wichtig, wie die strafrechtliche Verfolgung sei aber die Vorbeugung sexueller Gewalt, betont Angela Bähr. Dazu gehöre neben Präventionsprogrammen vor allem eine umfassende Sexualaufklärung. Mühsam erlangte Fortschritte auf diesem Gebiet würden ultrakonservative Anti-Rights-Bewegungen schon lange bekämpfen. Durch den Kurs der amtierenden US-Regierung sind sie darin nun massiv bestärkt. Aktuellstes Beispiel ist die von Donald Trump erlassene Erweiterung der Global Gag Rule, mit der sämtliche Hilfsgelder für Organisationen gestrichen werden, die sich für sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte einsetzen. Darüber hinaus werden auch nationale Regierungen in die Pflicht genommen, so diese mit den USA zusammenarbeiten wollen. „Damit wird dem Recht auf körperliche Selbstbestimmung die Grundlage entzogen – das trifft nicht nur, aber insbesondere die jungen Frauen und Mädchen in den ärmeren Ländern“, sagt Angela Bähr und fordert die Bundesregierung auf, „diese eklatante Menschenrechtsverletzung nicht nur zu verurteilen, sondern ihr durch entschlossene Politik und verbindliche Investitionen entgegenzuwirken“.