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Weed.de Umfrage: Jahrelanges Leiden vor Cannabistherapie
© weed.de; Quelle: weed.de-Patientenbefragung 2026

Weed.de Umfrage: Jahrelanges Leiden vor Cannabistherapie

Pressemitteilung

Berlin – Eine anonyme Online-Befragung der Telemedizin- und Wissensplattform weed.de unter 535 Teilnehmenden zeigt: Viele Betroffene leiden jahrelang, bevor sie erstmals eine ärztliche Cannabis-Verschreibung erhalten. Bei 45 Prozent bestanden die Hauptbeschwerden länger als fünf Jahre, bei 28 Prozent sogar länger als zehn Jahre. Nur 3 Prozent erhielten nach weniger als sechs Monaten erstmals eine Verschreibung.

Zusätzliche Brisanz erhalten die Ergebnisse durch eine gesetzliche Neuregelung: Vergangene Woche beschloss der Bundestag, dass die gesetzlichen Krankenkassen Cannabisblüten künftig gar nicht mehr und Extrakte nur noch nach einem erfolglosen sechsmonatigen Therapieversuch mit einem Fertigarzneimittel erstatten. Der ohnehin lange Weg zur Therapie dürfte sich damit weiter verlängern.

Als häufigste Verzögerung nannten 71 Prozent die Suche nach einer aufgeschlossenen Ärztin oder einem aufgeschlossenen Arzt, mit deutlichem Abstand vor mangelndem Wissen über die Therapieoption (29 Prozent). Nur 8 Prozent erfuhren von ärztlicher oder therapeutischer Seite von der Möglichkeit; am häufigsten führten eigene Internetrecherche (43 Prozent) und Hinweise aus Familie oder Freundeskreis (31 Prozent) zur Therapie.

Vor der ersten Verschreibung behandelten sich 70 Prozent selbst mit Cannabis, bei 45 Prozent davon über mehr als fünf Jahre. Für die meisten stand Cannabis am Ende einer längeren Behandlungsgeschichte: Drei Viertel hatten zuvor konventionelle verschreibungspflichtige Medikamente ausprobiert. Chronische Schmerzen (39 Prozent) und Schlafstörungen (35 Prozent) dominierten die primären Beschwerden.

„Wer keinen legalen Zugang zu medizinischem Cannabis findet, verharrt oft über Jahre in der Selbstmedikation, ohne ärztliche Begleitung und mit erheblichen Gesundheitsrisiken“, sagt Dr. Sebastian Marincolo, Director of Strategic Content & Editorial bei weed.de.

Die Befragung fand im März 2026 über den weed.de-Newsletter statt. Die freiwillige, selbstselektierte Stichprobe ist nicht klinisch validiert und nicht bevölkerungsrepräsentativ; sie beschreibt Zugangswege und Erfahrungen, nicht Wirksamkeit. Ausführliche Ergebnisse und Grafiken stehen auf weed.de bereit.