Nach Angaben der Deutschen Hochdruckliga (DHL) hat mehr als ein Drittel der deutschen Bevölkerung zwischen 30 und 79 Jahren Bluthochdruck. Dauerhaft hohe Blutdruckwerte können zu Organschäden durch Gefäßveränderungen (z.B. Verkalkungen) führen, betroffen sind oftmals auch die Nieren. Anlässlich des bundesweiten Welthypertonietages am 17. Mai 2026 weist das KfH auf die Bedeutung einer abgestimmten Diagnostik und Behandlung erhöhter Blutdruckwerte hin, um die Nieren zu schützen.
Neu-Isenburg – „Bluthochdruck kann sowohl Auslöser als auch Folge einer Nierenerkrankung sein“, erklärt Professor Dr. med. Joachim Beige, KfH-Geschäftsleiter Medizin und Pflege. Zum einen steigere dauerhaft hoher Blutdruck das Risiko sowohl für die Ausbildung als auch für das Voranschreiten einer chronischen Nierenerkrankung. Zum anderen könnten durch eine Nierenerkrankung die Regulationsmechanismen für den Blutdruck gestört werden, so dass dies zu Bluthochdruck führe. Umso wichtiger sei es deshalb, die Behandlung von Bluthochdruck als Gemeinschaftsaufgabe von Patientinnen und Patienten, Hausärztinnen und Hausärzten sowie Fachärztinnen und Fachärzten für Nieren- und Hochdruckerkrankungen zu gestalten. Das bestätigt auch Dr. med. Ruth Braun, ärztliche Leiterin des hausärztlich tätigen MVZ KfH-Gesundheitszentrums Lohr: Häufig sei die Diagnose von Bluthochdruck ein Zufallsbefund, daher ginge es in erster Linie darum, erhöhte Werte überhaupt festzustellen. „Gerade weil Bluthochdruck nicht weh tut, trotzdem aber Schäden verursacht, sollten Patientinnen und Patienten die regelmäßigen Check-up-Untersuchungen in der hausärztlichen Praxis wahrnehmen“, rät Braun. So könnten erhöhte Blutdruckwerte früh-zeitig erkannt werden und ließen sich zum Teil sogar ohne Medikamente und durch eine gesundere Lebensweise senken. „Falls das nicht ausreicht, stehen verschiedene Wirkstoffe für eine effektive Bluthochdruckbehandlung zur Verfügung“, ergänzt die Fachärztin für Innere Medizin. „Bei Blutdruckwerten, die trotz einer geeigneten Therapie zu hoch bleiben oder zu extremen Schwankungen führen, kommen dann die Fachärztinnen und Fachärzte für Nieren- und Hochdruckerkrankungen ins Spiel“, erläutert Beige. Patientinnen und Patienten seien dafür in den nephrologischen Sprechstunden der bundesweit ansässigen KfH-Zentren gut aufgehoben: „Hier wird untersucht, ob und inwiefern die Nieren beteiligt sind und wie man das Fortschreiten einer Nierenschädigung – ggf. in enger Abstimmung mit der hausärztlichen Praxis oder beispielsweise kardiologischen Fachärzten – bestenfalls verhindern sowie auch stark erhöhte Blut-druckwerte kontrollieren kann.“
Für Interessierte bietet das KfH einen Patientenratgeber “Bluthochdruck erkennen.
Nieren schützen” auf https://www.kfh.de/patienteninformationen zum Download an; die Broschüre und Blutdruckpässe können auch per Mail unter info@kfh.de bestellt werden.
Grafik „Bluthochdrucktherapie und Nierenschutz“
Bildunterschrift: Gesunde Nieren brauchen normalen Blutdruck: Für den Nierenschutz ist die Behandlung von Bluthochdruck eine Gemeinschaftsaufgabe von Patientinnen und Patienten, Hausärztinnen und Hausärzten sowie Fachärztinnen und Fachärzten für Nieren- und Hochdruckerkrankungen. Grafik: KfH.
Hintergrundinformation:
Das KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. wurde im Jahr 1969 gegründet. Ziel war, den medizinischen Versorgungsnotstand für dialysepflichtige Patientinnen und Patienten in Deutschland zu beheben. Vom Wegbereiter für eine flächendeckende Dialyseversorgung hat sich das KfH bis heute zum nephrologischen Gesamtversorger entwickelt, der eine umfassende und qualitativ hochwertige Versorgung nierenkranker Patientinnen und Patienten bietet. In rund 200 KfH-Zentren werden etwa 17.400 Dialysepatientinnen und -patienten sowie aktuell mehr als 80.000 Sprechstundenpatientinnen und -patienten umfassend behandelt.
