Übersicht / Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V / Meldung vom 09.03.2021

Dienstag, 09. März 2021, 18:38 Uhr

Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V

Pressemitteilung

Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2021 – ONLINE
Versorgung von Schmerzpatienten flächendeckend sichern

Berlin – 09. März 2021

Unter dem Motto „Sichere Versorgung – Versorgung sichern“ beginnt heute der Deutsche Schmerz- und Palliativtag. Der mit rund 2.700 Teilnehmern deutschlandweit größte digitale Fachkongress der Schmerzmedizin findet in diesem Jahr zum zweiten Mal online statt. Zum Auftakt erneuerten die Experten der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) ihre Forderung nach einer flächendeckenden schmerzmedizinischen Versorgung. „Basis dafür ist die rechtssichere Bedarfsplanung“, so Tagungspräsident Dr. Johannes Horlemann, Kevelaer.

Auch online bietet der Deutsche Schmerz- und Palliativtag Ärzten, Psychotherapeuten, Apothekern und Physiotherapeuten ein breites Themenspektrum. An fünf Kongresstagen haben die Teilnehmer auf vier parallelen Kanälen die Möglichkeit, sich über Themen wie Opioide und Cannabinoide in der Schmerzmedizin, Palliativmedizin, Kopfschmerzen und Schmerzmedizin unter Pandemie-Bedingungen fortzubilden. Darüber hinaus kommen auch gesundheitspolitische Aspekte zum Tragen. „Uns geht es um eine sichere Versorgung in allen Schmerzindikationen“, sagt Horlemann, getreu dem übergreifenden Kongressmotto „Individualisierung statt Standardisierung“.

Fokusthema Psyche und Schmerz

Im Fokus steht in diesem Jahr das Thema „Psyche und Schmerz“. Schmerz ist ein komplexes bio-psycho-soziales Phänomen. Es wird geprägt durch Körpererleben, Gefühle, Gedanken, Verhalten, den Lebenshintergrund sowie den sozialen Kontext. „Für die Diagnose und Therapie bedeutet das, dass wir den Schmerz in all seinen Facetten erfassen und dabei auch das soziale Umfeld und den Lebenshintergrund beachten müssen“, sagt Dr. Silvia Maurer, Tagungspräsidentin des Kongresses. Dafür sind Kenntnisse aus verschiedenen Fachdisziplinen notwendig. Um den Teilnehmern diese Kenntnisse zu vermitteln, bietet der Deutsche Schmerz- und Palliativtag in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie e.V. (DGPM) ein insgesamt vierstündiges Curriculum Ärztliche Psychotherapie an. Die Fortbildungsinhalte sind Depression und Schmerz, Angst und Schmerz, somatoforme Störungen sowie posttraumatische Belastungsstörungen.

Neues Modul „Kopfschmerz“ im PraxisRegister Schmerz

Eine weitere Neuerung, die Ärzten sowohl die Versorgung im Praxisalltag erleichtert als auch die Versorgungsforschung voranbringt, ist die Implementierung eines Moduls „Kopfschmerz“ in das PraxisRegister Schmerz. So wie die anderen Module ist auch das neue Modul validiert und patientenzentriert und ist jetzt auch Smartphone-tauglich, um die Handhabung im Alltag zu vereinfachen. Es enthält z. B. den MIDAS (Migraine Disability Assessment)-Fragebogen sowie den HIT-6 (Headache Impact Test-6). Dieser berücksichtigt beispielsweise die Häufigkeit und Schwere der Schmerzen, die Fähigkeit des Patienten, seinen Alltag zu bewältigen, das Bedürfnis, sich hinzulegen, Müdigkeit, Gereiztheit und Konzentrationsfähigkeit. „Je nach Situation können Ärzte und Patienten Fragen auswählen, die dazu geeignet sind, die individuelle Kopfschmerzerkrankung und deren Verlauf am besten zu diagnostizieren und den Verlauf abzubilden“, so PD Dr. Michael A. Überall, Vizepräsident der DGS.

Mit dem PraxisRegister Schmerz unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin das weltweit größte Schmerzregister. Aktuell beteiligen sich daran bundesweit 219 Einrichtungen mit 779 Schmerzmedizinern, 805 Ärzten anderer Fachrichtungen und 2.568 nichtärztlichen Schmerzspezialisten. Bis zum 31.12.2020 wurden 302.617 Behandlungsfälle dokumentiert.

Kongressteilnahme neben dem Beruf möglich

Um Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, neben ihren beruflichen Verpflichtungen am Online-Kongress teilzunehmen, finden die Symposien und Seminare an vier Tagen nachmittags bis abends sowie am Samstagvormittag statt. An den fünf Kongresstagen mit vier parallelen Kanälen haben die Teilnehmer die Möglichkeit, insgesamt 24 CME-Punkte zu erwerben. Viele der Vorträge sind für registrierte Teilnehmer auch nach dem Kongress bis zum November 2021 on demand abrufbar.

Weiterführende Links:

www.dgschmerzmedizin.de

www.schmerz-und-palliativtag.de

Steckbrief Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2021 – ONLINE

Thema: Individualisierung statt Standardisierung – Schwerpunkt: Sichere Versorgung – Versorgung sichern; Fokusthema: Psyche und Schmerz
Termin: 09. bis 13. März 2021
Zeiten: Dienstag bis Freitag nachmittags bis abends und am Samstagvormittag
Ort: Der Kongress findet online statt.
Veranstalter: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.
Tagungspräsidenten: Dr. Johannes Horlemann / Dr. Silvia Maurer
CME-Punkte: insgesamt bis zu 24 Punkte

Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) ist mit rund 4.000 Mitgliedern und 125 Schmerzzentren die führende Fachgesellschaft zur Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen. In enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Schmerzliga e. V. ist es ihr vorrangiges Ziel, die Lebensqualität dieser Menschen zu verbessern – durch eine bessere Diagnostik und eine am Lebensalltag des Patienten orientierte Therapie. Dafür arbeiten die Mitglieder der DGS tagtäglich in ärztlichen Praxen, Kliniken, Schmerzzentren, Apotheken, physiotherapeutischen und psychotherapeutischen Einrichtungen interdisziplinär zusammen. Der von der DGS gestaltete jährlich stattfindende Deutsche Schmerz- und Palliativtag zählt seit 1989 auch international zu den wichtigen Fachveranstaltungen und Dialogforen. Aktuell versorgen gut 1.200 ambulant tätige Schmerzmediziner die zunehmende Zahl an Patienten. Für eine flächendeckende Versorgung der 3,4 Millionen schwerstgradig Schmerzkranken wären mindestens 10.000 ausgebildete Schmerzmediziner nötig. Um eine bessere Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen zu erreichen, fordert die DGS ganzheitliche und bedürfnisorientierte Strukturen – ambulant wie stationär – sowie eine grundlegende Neuorientierung der Bedarfsplanung.