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Gerlach: Internationaler Austausch stärkt Prävention und Innovation im Gesundheitswesen – Bayerns Gesundheitsministerin zieht positive Bilanz nach Informationsbesuch in London

Pressemitteilung

Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach hat nach ihrem Informationsbesuch in London ein positives Fazit gezogen. Die Ministerin betonte am Montag: „Die europäischen Gesundheitssysteme stehen derzeit vor denselben Herausforderungen: Wir werden immer älter, aber wir werden nicht gesünder älter. Das bedeutet eine große Belastung für unser Gesundheitssystem. Umso wichtiger ist es, frühzeitig mit Präventionsmaßnahmen gegenzusteuern. Dabei können wir auch von internationalen Partnern lernen.“

Gerlach ergänzte: „Das Vereinigte Königreich und insbesondere der Raum London verfügen in den Bereichen Prävention, digitale Innovation und beim Einsatz von KI über renommierte Forschungseinrichtungen und Netzwerke. Zudem sind dort einige führende Unternehmen in der Medizintechnik, Diagnostik und Bildgebung ansässig, die ich vor Ort besucht habe. Ich bin überzeugt: Durch einen engen internationalen Austausch können wir gegenseitig von Best-Practice-Beispielen lernen und so die Gesundheit der Menschen vor Ort ganz konkret verbessern. Ich möchte, dass auch die Menschen in Bayern von internationaler Spitzenforschung profitieren.“

Die Ministerin betonte: „Ein Aspekt meiner Gespräche am King’s College London war das Motto ‚Know your numbers‘ – also das Ziel, die eigenen Gesundheitsdaten zu kennen. Damit Bürgerinnen und Bürger relevante Präventionswerte wie den Blutdruck oder Blutfette selbständig im Blick behalten können, muss zum einen die Gesundheitskompetenz gestärkt werden. Zum anderen müssen Gesundheitsdaten digital noch klüger genutzt werden – ein Anliegen, für das ich mich auch bereits seit längerem auf Bundesebene stark mache. In England sehen wir, dass der National Health Service (NHS) Gesundheitsdaten über eine einheitliche NHS-App für die Patientinnen und Patienten zugänglich macht – wenn auch noch nicht überall in gleichem Umfang. Für Deutschland ist es mir ein Anliegen, auch Gesundheits- und Fitnessdaten aus Wearables oder digitalen Gesundheitsanwendungen in der elektronischen Patientenakte verfügbar zu machen, damit sie in die Bewertung des Gesundheitszustands einfließen können – natürlich nur, wenn der Nutzer oder die Nutzerin dies wünscht.“

Ein weiterer Schwerpunkt des Besuchs war der Einsatz von KI für mehr Gesundheitsvorsorge. Gerlach erläuterte: „Bemerkenswert war zum Beispiel ein im Raum London eingesetztes Daten-Tool, das mit Hilfe von KI in der Hausarztpraxis Patienten identifiziert, die beispielsweise zu hohe Blutdruck- oder Blutfettwerte aufweisen. In einem nächsten Schritt will die Innovationsgentur UCL Partners die Implementierung in den NHS vorbereiten. Auch wenn die Ergebnisse noch nicht veröffentlichungsreif sind, konnten bereits zahlreiche Hochrisikopatienten identifiziert und Behandlungen gezielt optimiert werden – ein Ansatz, der auch für Bayern interessant sein könnte.“

Umgekehrt stießen die in Bayern entwickelten KI-Projekte im Gesundheitsbereich auf großes Interesse, wie beispielsweise die vom Freistaat geförderten Projekte zum Thema „Frauengesundheit und KI“.

Die Ministerin fügte hinzu: „Wie wichtig eine enge Vernetzung von Gesundheitseinrichtungen, Forschung, Studium und Wirtschaft ist, wurde bei meinem Besuch des London Institute for Healthcare Engineering (LIHE) am King’s College London deutlich. Das LIHE beschleunigt die Entwicklung neuer Medizintechnik, indem es Start-ups, Forschende, Kliniken und Investoren zusammenbringt. Ein Ansatz, den wir in Bayern bereits seit langem verfolgen, wodurch sich der Freistaat zunehmend zu einem ‚Start-up State‘ für KI-Anwendungen im Gesundheitsbereich entwickelt. Ich werde mit dem LIHE auch weiterhin in Kontakt bleiben, um gegenseitig von neuen Erkenntnissen zu profitieren.“

Wie KI in der Gesundheitsforschung genutzt werden kann, war auch bei einem Besuch am Imperial College London Thema. Vor Ort gab Prof. Aldo Faisal, Professor für KI und Neurowissenschaften, Einblicke in die dort stattfindende Spitzenforschung. Gerlach erklärte: „Es freut mich, dass Prof. Faisal auch einen Lehrstuhl für Digital Health an der Universität Bayreuth innehat – dadurch werden wir auch zukünftig von länderübergreifender Forschungsarbeit profitieren.“

Das am Imperial College London ansässige Institute of Global Health Innovation leistet zudem Pionierarbeit im Bereich umweltbedingter Gesundheitsgefahren. So beschäftigt sich Prof. Gero Kempf mit den Auswirkungen von Mikro- und Nanoplastik auf die menschliche Gesundheit.

Die Ministerin erläuterte: „Zu diesem Thema arbeiten das Imperial College und die Technische Universität München bereits eng zusammen. Konkret soll ein ganzheitliches Kartierungsprojekt zum Reifenabrieb als wesentliche Quelle für Mikro- und Nanoplastik umgesetzt werden. Das kann Aufschluss über die Verteilung geben und auch darüber, wie die Politik womöglich gegensteuern kann.“

Gerlach unterstrich: „Mein Ziel ist es, die neu gewonnenen Einblicke als Impulse für Bayern mitzunehmen. Denn von internationaler Spitzenforschung sollen am Ende vor allem die Menschen profitieren.“