Schließen

Registrierung

Melden Sie sich noch heute an, um gezielt und effektiv Ihre Nachrichten in der Gesundheitsbranche verbreiten zu können.

Kontoinformationen

Ansprechpartner:in

Adresse

Kontakt

Es wurde eine E-Mail zur Bestätigung an Sie gesendet. Nach der Bestätigung sind Sie erfolgreich registriert.


Gesundheitsreform und Sparpaket ante portas

C. Deindl u. A. Neumann

Nach der WM-Pleite droht auf heimischen Berliner Bolzplatz die nächste, und ebenfalls mit Ansage. Während im WM-Fußball der unterschätzte Gegner die Siegtore noch selbst schießen musste, erledigt in Sachen Gesundheitsreform die Regierungsmannschaft dies mit Eigentoren. Was phantasielosen Fußball und einfältige Politik vereint, das ist das Gefühl der maßlosen Überlegenheit. Man hält sich beide Male für unschlagbar und muss sich dann eben selbst besiegen, wenn es die anderen einfach nicht können. Alle vier Jahre jeweils der gleiche wiederkehrende faule Budenzauber: neue Konzepte, die keine sind und an deren Ende die Pleite mit Ansage steht. Sowohl im Fußball als auch in der Gesundheitsversorgung machen uns andere Länder vor, wie es besser ginge, wenn denn ernstes Interesse an nachhaltigen Veränderungen bestünde. Schließlich sind wir Weltmeister, nämlich was den Verbrauch von Blutkonserve betrifft, wir verteidigen erfolgreich einen Spitzenplatz bei der Sepsis – Sterblichkeit und das untere Tabellenende beim Ambulanten Operieren. Durch die flächendeckende Förderung der Laienreanimation mit überschaubarem Aufwand könnten bis zu 10 000 Menschenleben jährlich gerettet werden, würden wir dem Beispiel unserer europäischen Nachbarn folgen und könnte sich 16malige Kleinstaaterei auf ein gemeinsames Umsetzungskonzept einigen. Zuviel an Föderalismus kann bisweilen tödlich sein.

Und nun soll dieser bereits inakzeptable und überpeinliche Status quo in einem übereilten Gesetz auch nochmals verschlimmbessert werden.

Bevor denn dieser destruktive Schritt eine parlamentarische Mehrheit findet, möchte der BAO die Abgeordneten daran erinnern, dass sie allein ihrem Gewissen und dem Wohl der Bevölkerung unseres Landes verpflichtet sind. Von Fraktionszwang ist in keinem Gesetz die Rede. Deshalb möchte der BAO die wichtigsten Anforderungen anmerken, die es bei einer gelungenen und nachhaltigen, weil an Patienten- und Mitarbeitersicherheit sowie bedarfsgerechten Ressourceneinsatz orientierten Gesundheitsreform unbedingt zu beachten gilt:   

  1. Am regionalen und überregionalen stationären Bedarf orientierte Krankenhausreform, ggf. Landkreis- und Ländergrenzend überschreitende Versorgungsmodelle.
  2. risikofreie Ambulantisierung
  3. Ambulantes Operieren auf internationalem Niveau
  4.  transsektorale und poststationäre Patientenversorgung
  5. standardisiertes Entlassungsmanagement
  6. transsektorale Notfallversorgung
  7.  sektorengleiche Qualitätssicherung und Vergütung
  8. separat ausgewiesene Sachkostenerstattung
  9. sektorenverbindender studentischer Unterricht und haus- und fachärztliche Weiterbildung
  10. Stärkung der Gesundheitskompetenzen in der Bevölkerung und in den Gesundheitsberufen

Fazit: Daraus lässt sich ein um ein Vielfaches größerer Gesamtnutzen einer konsentierten und vernetzten Gesundheitsreform ableiten anstelle von geplanten und zur Abstimmung anstehenden Rasenmäher gleichen Vergütungs- und Leistungskürzungen unter billigender Inkaufnahme von massiven Verlusten am bedarfsgerechten Versorgungsumfang und an medizinischer Qualität bei trotzdem weiterem Anstieg der Gesamtausgaben. Eine flächendeckende und wohnortnahe und fachlich hochwertige Patientenversorgung sollte nicht schlechter gestellt sein als hochdotierte übersichtliche Bemühungen auf dem Fußballrasen.