Paulinchen e.V. legt mit dem Motto einen Schwerpunkt auf Kontaktverbrennungen und ruft Kliniken, Kitas, Feuerwehren, Arztpraxen und weitere Einrichtungen zum Mitmachen auf.
„Ich war nur eine Sekunde weg.“ Für eine Mutter wurde dieser kurze Moment zum einschneidenden Erlebnis. Ein Bügeleisen verursachte schwere Verbrennungen an der Hand und allen Fingern ihrer 15 Monate alten Tochter. Drei Wochen blieb das Mädchen im Krankenhaus, die Hälfte davon auf der Intensivstation. Es folgten Hauttransplantationen, schmerzhafte Physiotherapie, Ergotherapie sowie das Tragen von Kompressionskleidung und Schienen.
Ein kurzer Moment genügt – die Folgen bleiben oft ein Leben lang. Unter dem Motto „Kurz berührt – lang gespürt“ stellt der bundesweite „Tag des brandverletzten Kindes“ am 7. Dezember in diesem Jahr die oft unterschätzte Gefahr heißer Oberflächen wie Kamin- oder Ofenscheiben, Herdplatten, Bügeleisen, Glätteisen oder Heizkörper in den Mittelpunkt. Ab sofort können sich Kliniken, Feuerwehren, Kindertagesstätten und weitere Einrichtungen als Aktionspartner anmelden. Der jährlich von Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V. ausgerichtete Aktionstag macht auf Unfallgefahren aufmerksam, informiert über Prävention, Erste Hilfe und Behandlungsmöglichkeiten und setzt sich für einen besseren Schutz von Kindern ein.
Frau Dr. Rebecca Pohle, Kinderchirurgin und Leiterin des Zentrums für schwerbrandverletzte Kinder der Kliniken Köln, weiß: „Kontaktverbrennungen betreffen bei Kleinkindern besonders häufig die Hände, da sie ihre Umgebung mit den Händen erkunden und sich an vielen Dingen festhalten. Ihre Reflexe sind noch nicht vollständig entwickelt, sodass sie die Gefahrenquelle nicht direkt loslassen. Gleichzeitig ist ihre Haut viel dünner als die Haut eines Erwachsenen. Daher kommt es schnell zu tiefen Verbrennungen, die Narben hinterlassen. Narben an einer wachsenden Hand führen nicht selten zu Bewegungseinschränkungen und bedürfen spezieller Narbentherapien bis hin zu wiederholten Operationen. Vor diesem Hintergrund ist die Prävention von Kontaktverbrennungen von besonderer Bedeutung.”
Jedes Jahr müssen in Deutschland mehr als 30.000 Kinder unter 15 Jahren nach Verbrennungen oder Verbrühungen ärztlich behandelt werden, rund 7.000 Kinder verletzen sich so schwer, dass sie stationär versorgt werden müssen. Viele dieser Unfälle passieren im häuslichen Umfeld – vorwiegend in der Küche. „Prävention beginnt dort, wo Kinder leben und spielen.
Wenn Familien, Kitas, Kliniken, Feuerwehren und medizinische Einrichtungen gemeinsam über Risiken aufklären, können viele schwere Verbrennungsunfälle verhindert werden. Jeder Beitrag zählt“, so Susanne Falk, Vorstandsvorsitzende von Paulinchen e.V.
Der Aktionstag lebt vom Engagement zahlreicher Partner*innen. Bereits mit kleinen Aktionen kann viel Aufmerksamkeit geschaffen werden. Denkbar sind beispielsweise:
- Informationsstände in Kliniken, Arztpraxen oder Apotheken
- Elterncafés oder Informationsabende in Kindertagesstätten und Familienzentren
- Präventionsaktionen der Feuerwehren oder Hilfsorganisationen
- Vorträge oder Mitmachangebote in Kitas, Kliniken (Rallye) und Schulen
- Infotische in Rathäusern, Gesundheitsämtern oder Unternehmen
- Beiträge auf Social-Media-Kanälen oder den eigenen Internetseiten
- Presseaktionen oder Interviews mit regionalen Medien
Alle angemeldeten Aktionen werden auf einer bundesweiten Aktionskarte veröffentlicht und zeigen, wie viele Menschen sich gemeinsam für den Schutz von Kindern engagieren. Für alle Aktionspartner stellt Paulinchen e.V. kostenfreie Präventionsmaterialien zur Verfügung. Neu in diesem Jahr ist ein Wimmel-/Ausmalbild zum Thema Verbrennungen, das Kindern und Erwachsenen spielerisch typische Gefahrenquellen im Alltag aufzeigt und Gesprächsanlässe zur Unfallprävention schafft.
Die Anmeldung zum „Tag des brandverletzten Kindes” ist ab sofort unter www.paulinchen.de möglich. Gemeinsam können wir mehr erreichen. Gemeinsam schützen wir Kinder vor Verbrennungen.
Presse:
- Freianzeigen Print
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- Erfahrungsberichte: Eltern berichten vom Unfall ihres Kindes
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