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Versorgung von Krebspatienten nicht aufs Spiel setzen

Ausschreibungen für Krebs-Generika
  • Pro Generika begrüßt das politische Ziel, Forschung, Entwicklung und vor allem Produktion in Deutschland zu stärken – dieses Ziel darf aber nicht gegen eine sichere Krebsversorgung ausgespielt werden.
  • Die Wiedereinführung von Ausschreibungen bei Zytostatika würde den Kostendruck in einem ohnehin fragilen Versorgungssegment weiter verschärfen.
  • Bereits 2017 wurde das nun wieder diskutierte Rabattmodell wegen Problemen in der Versorgung gesetzlich untersagt.

Pro Generika warnt eindringlich vor der offenbar geplanten Wiedereinführung von Ausschreibungen für Krebs-Generika. Nach den bekannt gewordenen Plänen sollen bei Zytostatika erneut Rabattverträge zwischen Apotheken und Krankenkassen geschlossen werden, deren hoher Preisdruck dann an die Hersteller weitergegeben wird. Offenbar stehen die zusätzlichen Einsparungen in diesem Bereich im Zusammenhang mit der sogenannten Standortkommission, die Wege aufzeigen sollte, wie Forschung und Entwicklung, vor allem aber die Produktion in Deutschland gehalten werden können. Dieses politische Ziel begrüßt Pro Generika. Es darf jedoch nicht gegen das Ziel einer sicheren Versorgung von Krebspatienten ausgespielt werden.

Aus Sicht von Pro Generika wäre die Rückkehr zu diesem Instrument ein gravierender Fehler – zulasten eines Marktsegments, das für die Versorgung von Krebspatienten lebenswichtig ist. Besonders kritisch ist, dass dieses Modell vom Gesetzgeber 2017 ausdrücklich verboten worden ist, nachdem es zu Problemen in der Versorgung gekommen war. Dass eine solche Regelung nun über Nacht und ohne Abstimmung mit den Akteuren der Versorgung wieder eingeführt werden soll, ist daher nicht nachvollziehbar.

Dabei ist die Versorgung mit versorgungskritischen Generika schon heute vielerorts angespannt. Gerade Zytostatika zählen traditionell zu einem besonders sensiblen Segment, das immer wieder von Versorgungsengpässen betroffen ist. Entsprechend zeigen aktuelle Untersuchungen, dass Engpässe bei versorgungskritischen Generika zuletzt wieder zugenommen haben. In einer solchen Lage zusätzlichen Preisdruck zu erzeugen, würde die wirtschaftlichen Grundlagen für die Hersteller noch weiter untergraben.

„Wer in einem ohnehin fragilen Marktsegment den Preisdruck weiter erhöht, riskiert die Versorgung von Krebspatienten“, sagt Bork Bretthauer, Geschäftsführer von Pro Generika. „Wir unterstützen das politische Anliegen, Forschung, Entwicklung und Produktion in Deutschland zu stärken. Aber dieses Ziel darf nicht dadurch verfolgt werden, dass man ausgerechnet bei lebenswichtigen Krebs-Generika neue Fehlanreize setzt und die Versorgungssicherheit weiter schwächt.”

Pro Generika fordert deshalb die Gesundheitspolitik auf, die Versorgungssicherheit in den Mittelpunkt aller politischer Entscheidungen zu stellen. Gerade bei Krebs-Generika braucht es stabile und verlässliche Rahmenbedingungen statt noch mehr Bürokratie und neuer Fehlanreize, die die Produktion noch unattraktiver machen und die Versorgung gefährden.