Schließen

Registrierung

Melden Sie sich noch heute an, um gezielt und effektiv Ihre Nachrichten in der Gesundheitsbranche verbreiten zu können.

Kontoinformationen

Ansprechpartner:in

Adresse

Kontakt

Es wurde eine E-Mail zur Bestätigung an Sie gesendet. Nach der Bestätigung sind Sie erfolgreich registriert.


BAO e.V. zum Welttag der Patientensicherheit 2026

Pressemitteilung

Patienten-fokusiertes Handeln macht Ambulantes Operieren so sicher

Dr. Christian Deindl
Dr. Axel Neumann

Seit vielen Jahren präsentiert der Medizinische Dienst auf Länder- und Bundesebene konstant hohe Zahlen an Behandlungsfehlern. Die Bereitschaft zu einer Fehlerkultur mit mehr Transparenz, Aufarbeitung und Prävention mag innerhalb der Selbstverwaltungsorgane und Gesundheitsministerien z.T. noch sehr übersichtlich erscheinen.

Wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse fehlen jedoch häufig

Eine wichtige Erkenntnis hat sich unstrittig durchgesetzt

Ambulantes Operieren zeichnet ein hohes Maß an Patientensicherheit aus. In den fachärztlichen Händen erfahrener Operateur:innen und Anästhesist:innen ist Ambulantes Operieren ein sicheres Verfahren in der Gesundheitsversorgung. In den zurückliegenden 30 Jahren wurden über 100 Millionen ambulanter Eingriffe durchgeführt.

Seit 25 Jahren fordert der BAO verlässliche Qualitätssicherungsmaßnahmen, damit an jedem ambulanten OP-Standort und in jedem operativen Fachgebiet ein Höchstmaß an Patientensicherheit gewährleistet ist. Dazu gehört auch die Erfassung der Patientenmeinung und Patientenerfahrung. Nur so können Qualitätsschwankungen zeitnah erfasst und abgestellt werden. Zu diesem Zweck haben Gründungsmitglieder des BAO vor 25 Jahren einen Patientensicherheitsfragebogen konzipiert und auf den Markt gebracht. Seither kommt er freiwillig zum Einsatz und konnten weit über eine Million Patientendaten versorgungswissenschaftlich ausgewertet werden. Kein anderes Qualitätssicherheitsinstrument konnte bisher Vergleichbares leisten.

Die gewonnenen Ergebnisse bestätigen, dass die Entscheidung zur ambulanten Operation und Narkose richtige und sicher ist, wenn keine medizinischen oder sozioökonomischen Gründe dagegensprechen. Schließlich hat die Patientensicherheit ausnahmslos absoluten Vorrang.

Was macht Ambulantes Operieren so sicher

Patient:innen vertrauen sich einem erfahrenen und stabilen OP- und Narkoseteam an, das auf langfristige Zusammenarbeit und optimale Kommunikation bedacht ist. Häufige Personalwechsel und hohe Personalfluktuationen hingegen sind Ausdruck von unzufriedenen Mitarbeitenden und suboptimalen Rahmen- und Arbeitsbedingungen. Beides kann allein durch den Verlust wichtiger patientenrelevanter Informationen die Patientensicherheit negativ beeinflussen.

Ambulant operierende Fachärztinnen und -ärzte sind auf ein bestimmtes Eingriffsspektrum spezialisiert und verfügen deshalb über umfangreiche Erfahrung bzgl. Diagnostik und OP- Indikation. Sie haften unmittelbar persönlich für ihre medizinischen Leistungen.

Ambulant operierende Facharztpraxen, Ambulante OP-Zentren und Praxiskliniken handeln deshalb fokussiert. Sie müssen kein leerstehendes Klinikbett belegen und unterstehen nicht dem wachsenden  Einfluss einnahmeorientierter Verwaltungsdirektionen, Klinikträger und Investoren.

Was gefährdet darüber hinaus patientensicheres Ambulantes Operieren und die Existenz ambulant operierender Einrichtungen

Zu einem grundsätzlichen Problem und patientenrelevanten Risiko ist der Anstieg von Halbwissen, mangelnder Expertise und patientenferner Eigeninteressen innerhalb des Gesundheitswesens und der Gesundheitspolitik geworden.

Die Vergütung von medizinischen Leistungen an die chronisch leere Staatskasse zu koppeln und nach Belieben einzufrieren, zu kürzen oder als ideologisches Mittel zur politischen Neiddebatte zu missbrauchen, verdeutlicht einmal mehr die Krise im Gesundheitswesen.

Die aktuelle Stellungnahme von Frau Reimann, Vorstandsvorsitzende der AOK, zur Budgetierung und Absenkung der Vergütung von ambulanten Operationen verdeutlicht die nicht akzeptable Ignoranz von Vertretern der GKV bzgl. der Ergebnisqualität und der Anforderungen an die operative Medizin im Alltag.

Eine „Zwangsambulantisierung“ von operativen Leistungen allein aus ökonomischer Sicht gefährdet die Patientensicherheit maximal – besonders zu Lasten von Kindern, Senioren, alleinstehenden und sozial schwachen Menschen.

Das Ambulantes Operieren trägt eben nicht zur jährlichen Steigerung für dessen Gesamtausgaben inkl. der Kosten für Behandlungsfehler bei. Die Kostentreiber sind neben weltweiter Spitzenpreise für Medikamente der europaweit höchste Bettenberg nebst überdimensionierter Klinikburgen. Politik priorisiert und finanziert immer noch diesen krisenbehafteten Status quo und bestraft verantwortungsvolle, weil ressourcenbewusste ambulante operative Medizin durch absolutistische Kürzung der Finanzmittel. Mit dieser auch vom BMG  getriggerten Quersubventionierung werden Behandlungsrisiken gefördert und die Patientensicherheit durch garantiertes Facharztniveau und das Ziel bestmöglicher Behandlungsqualität  bewusst in Frage gestellt.

Fazit:

Minister:innen im BMG kommen und gehen, ihre Entscheidungen können lange auf die Patientengesundheit nachwirken. Sie begleiten Vertragsärzt:innen und ihre Patient:innen im positiven wie negativen Sinn. Aktuell überwiegen negative Aspekte und deren erhebliches Gefährdungspotenzial für die Patientensicherheit und die Aufrechterhaltung / Neugründung  ambulanter OP-Standorte.

Es ist dem Bundesverband für Ambulantes Operieren wichtig, am Tag der Patientensicherheit 2026  auf diese Tatsachen hinzuweisen.