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GOÄ-Reform: BÄK trägt Verantwortung für alle Fachgruppen

Pressemitteilung

ALM e.V. fordert sachgerechte und angemessene Leistungsbewertungen, Transparenz der Datengrundlage, Kostenkalkulationen und Folgenabschätzung sowie eine wirksame Beteiligung – Versorgungsrelevanz sollte den Ausschlag geben

„Die Bundesärztekammer trägt Verantwortung für die gesamte Ärzteschaft und vertritt die Interessen aller Fachgruppen und Fachgebiete. Diese Verantwortung hat sie auch gegenüber kleineren Fachgruppen. Für die Bewertung ärztlicher Leistungen sind medizinische Expertise, nachvollziehbare Kosten und die Bedeutung für die Patientenversorgung maßgeblich und nicht innerärztliche Umverteilungen“, erklärt Dr. Michael Müller, 1. Vorsitzender des Verbandes der Akkreditierten Labore in der Medizin – ALM e.V. Der ALM e.V. unterstützt seit Beginn des Reformprozesses die längst überfällige Modernisierung der GOÄ und bringt dafür gemeinsam mit anderen Verbänden und Fachgesellschaften konkrete Verbesserungsvorschläge ein. Ziel ist eine sachgerechte Umsetzung, die moderne Medizin angemessen bewertet und eine leistungsfähige Patientenversorgung sichert.

Anlass sind die öffentlichen Reaktionen von Bundesärztekammer (BÄK) und PKV-Verband auf den offenen Brief von 20 ärztlichen Berufsverbänden und medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften vom 20. Oktober. Die Unterzeichnenden fordern transparente Bewertungsgrundlagen, fachgebietsbezogene Folgenabschätzungen und eine ergebnisoffene Beteiligung an der GOÄ-Reform. Die BÄK verwies daraufhin unter anderem auf die Mehrheitsverhältnisse innerhalb der Ärzteschaft und die Mitgliederzahlen der unterzeichnenden Organisationen.

Konsens braucht wirksame Beteiligung

„Gebührenordnungen allein durch Mehrheiten zu entscheiden, ist für kleine Fachgebiete und damit für die damit versorgten Patientinnen und Patienten immer ein Nachteil. Das gilt besonders dann, wenn die Vorschläge und Einwände der betroffenen Fachgruppen nicht ernsthaft geprüft werden und keine ausreichende Beteiligung im Prozess stattfindet. Genau das tragen die Verbände vor. An diesem Anspruch sind BÄK und PKV-Verband zu messen“, erläutert Müller. „Wer einen mit der Ärzteschaft geeinten Entwurf beansprucht, hat zuvor die betroffenen Fachgruppen auch tatsächlich einzubinden. Der Verweis auf deren geringe Mitgliederzahlen und eine damit geringere Bedeutung im Entscheidungsprozess offenbart einen schwer auflösbaren Widerspruch zur Aufgabe einer umfassenden Berücksichtigung aller Fachgruppen und aller medizinischen Fachgebiete. Ein fachübergreifender Konsens verlangt, dass die Expertise kleiner Fachgebiete in den Entscheidungen berücksichtigt wird.“

Die für eine unabhängige Prüfung erforderlichen Datengrundlagen und betriebswirtschaftlichen Herleitungen der Bewertungen bleiben BÄK und PKV-Verband trotz mehrfacher ausdrücklicher Nachfragen weiterhin schuldig. „Das ist ebenso inakzeptabel wie der Umstand, dass der PKV-Verband im GOÄ-Reformprozess das Vorhandensein von Daten zu den Leistungshäufigkeiten der GOÄ verneint und dann Auswertungen solcher Daten jedoch in eigenen Veröffentlichungen jüngst vorgestellt hat“, ergänzt Müller.

Versorgung als Maßstab der Reform

Die vorgesehene Abwertung der Labordiagnostik um rund 34 Prozent hat erhebliche negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Tragfähigkeit fachärztlicher Labore. Das vom ALM e.V. beauftragte WIG2-Gutachten verdeutlicht anhand von Simulationsrechnungen die Risiken aus dem Zusammenwirken abgesenkter Vergütungen und steigender Kosten.

„Die GOÄ sollte die moderne medizinische Versorgung abbilden und ärztliche Leistungen auf einer nachvollziehbaren betriebswirtschaftlichen Grundlage sachgerecht bewerten. Die Vergütung hat jeder Fachgruppe zu ermöglichen, ihren Beitrag zur Patientenversorgung dauerhaft leisten zu können“, betont Müller. „Auch kleine Fachgruppen tragen eine große Versorgungsverantwortung. Die fachärztliche Labordiagnostik schafft durch ihre Arbeit täglich eine wesentliche Grundlage für ärztliche Behandlungsentscheidungen. Ihre Leistungsfähigkeit zu sichern, ist eine gemeinsame Aufgabe.“

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HINWEISE FÜR DIE MEDIEN:

Offener Brief der Verbände und Fachgesellschaften vom 20. Oktober 2026
an Bundesgesundheitsminister Linnemann:
Reform der GOÄ – Transparenz und Beteiligung im Reformprozess (PDF)

WIG2-Gutachten und Stellungnahme der Task Force GOÄ
Diese Dokumente sowie weitere Hintergründe zur Reform finden Sie auf der
GOÄ-Themenseite des ALM e.V.

Fokusveranstaltung des ALM e.V. am 2. November 2026
„Resilienz braucht Diagnostik: Fachärztliche Labore zwischen Versorgung und Krisenvorsorge“
Informationen, Programm und Anmeldung

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Über den ALM e.V.: Der ALM e.V. ist der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin und
repräsentiert über 200 medizinische Laboratorien in Deutschland. Er engagiert sich für eine
patientenzentrierte, qualitativ hochwertige und wirtschaftlich nachhaltige Labordiagnostik.

Wir versorgen Deutschland mit Labor #WirSindMehrwert