Am ersten Samstag im Juni findet der Tag der Organspende statt – in diesem Jahr am 6. Juni. Für das KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. ist dieser Tag von besonderer Bedeutung: Als größter Anbieter von Nierenersatztherapie in Deutschland weiß das KfH, was eine Transplantation für Menschen mit chronischer Niereninsuffizienz bedeutet.
Neu-Isenburg – Die aktuellen Zahlen aus dem Jahresbericht 2025 der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) zeigen eine ermutigende Entwicklung: Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland insgesamt 2.266 Nieren transplantiert – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 2.075 Nierentransplantationen im Jahr 2024. Die Niere bleibt das mit Abstand am häufigsten transplantierte Organ. 1.594 der transplantierten Nieren stammen aus postmortalen Spenden, 672 aus Lebendspenden. Der Anteil der KfH-Patientinnen und Patienten an den bundesweiten Nierentransplantationen lag 2025 bei 23,5 Prozent.
Über 6.000 Menschen warten auf eine Nierentransplantation
Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt die Situation für viele Betroffene ernst: Zum Stichtag 31. Dezember 2025 warteten 8.202 Menschen auf eine Organtransplantation, davon 6.237 auf eine Nierenspende. Im Jahr 2025 wurden 2.644 Patientinnen und Patienten neu in die Warteliste für eine Nierentransplantation aufgenommen. Die Zahl der Aufnahmen übersteigt damit weiterhin die Zahl der verfügbaren Organe. Ohne eine Transplantation sind diese Menschen dauerhaft auf die Dialyse angewiesen. Das KfH begleitet sie dabei in rund 200 KfH-Zentren bundesweit und setzt sich zugleich dafür ein, dass mehr Menschen eine Transplantation ermöglicht werden kann.
Gesellschaftliche Debatte um die Widerspruchslösung
Die aktuelle Debatte im Deutschen Bundestag, in der eine fraktionsübergreifende Gruppe einen Gesetzentwurf zur Widerspruchslösung vorgestellt hat, während eine zweite Gruppe auf die Stärkung der Freiwilligkeit setzt, zeigt: Das Thema Organspende bewegt die Gesellschaft.
KfH spricht sich für die Widerspruchslösung aus
Prof. Dr. iur. Christian Höftberger, Vorstandsvorsitzender des KfH, betont: „Als Österreicher kenne ich die Widerspruchslösung als gelebte Praxis, und ich sehe, dass sie funktioniert. Deshalb begrüße ich den Gesetzentwurf ausdrücklich. Aber unabhängig vom Modell gilt: Mehr als 6.000 Menschen warten in Deutschland auf eine Nierenspende – darunter viele unserer Patientinnen und Patienten. Ich wünsche mir, dass mehr Menschen die Entscheidung für eine Organspende zu Lebzeiten treffen.“
Prof. Dr. med. Michael Masanneck, Vorstand Zentren und Medizin des KfH, unterstreicht die Bedeutung einer Transplantation für die Betroffenen: „Für unsere Patientinnen und Patienten ist eine erfolgreiche Transplantation weit mehr als ein medizinischer Eingriff. Sie bedeutet die Rückkehr zu einem selbstbestimmten Leben. Wer dreimal pro Woche zur Dialyse muss, weiß, wie sehr diese Abhängigkeit den Alltag prägt. Eine erfolgreiche Nierenspende verändert alles.“
Als Gründer der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) ist die Förderung der Organspende ein Teil der KfH-Geschichte und zugleich Ausdruck seiner gesellschaftlichen Verantwortung.
Foto Prof. Höftberger m. Organspendeausweis
BU: Prof. Dr. iur. Christian Höftberger, Vorstandsvorsitzender des KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V., mit seinem Organspendeausweis. (Foto: Jonas Ratermann)
Hintergrundinformation
Das KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. wurde im Jahr 1969 gegründet. Ziel war, den medizinischen Versorgungsnotstand für dialysepflichtige Patientinnen und Patienten in Deutschland zu beheben. Vom Wegbereiter für eine flächendeckende Dialyseversorgung hat sich das KfH bis heute zum nephrologischen Gesamtversorger entwickelt, der eine umfassende und qualitativ hochwertige Versorgung nierenkranker Patientinnen und Patienten bietet. In rund 200 KfH-Zentren werden mehr als 17.400 Dialysepatientinnen und -patienten sowie aktuell mehr als 80.000 Sprechstundenpatientinnen und -patienten umfassend behandelt.
