Berlin – Anlässlich des 130. Deutschen Ärztetages fordert der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) mehr Delegation von Leistungen an qualifiziertes Fachpersonal zur Entlastung der Ärztinnen und Ärzte und zur Verbesserung der Versorgung. Zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Physician Assistants e.V. (DGPA) hat der vdek ein Forderungspapier vorgelegt, das auf eine Ausweitung des Einsatzes von Physician Assistants (PAs) in der vertragsärztlichen Versorgung abzielt. Dafür bedarf es neuer Rahmenbedingungen im Hinblick auf Qualifikation, Aufgaben und Vergütung.
„Die aktuellen Herausforderungen in der ambulanten Versorgung sind groß. Um eine gute und flächendeckende Versorgung sicherzustellen, sollten Ärztinnen und Ärzte spürbar von delegierbaren Aufgaben entlastet werden und nichtärztliches Personal stärker Verantwortung übernehmen können. Das schafft Freiräume für ärztliche Kernaufgaben und verbessert die Patientenversorgung, gerade in strukturschwachen Gebieten”, sagt Boris von Maydell, Vertreter der vdek-Vorstandsvorsitzenden. So könnten etwa PAs vor allem in der hausärztlichen Versorgung Aufgaben wie Anamnesegespräche, körperliche Untersuchungen, Wundversorgung, Impfungen und die Betreuung chronisch kranker Menschen übernehmen.
Daria Hunfeld, Vorstandsvorsitzende der DGPA, betont: „Nicht jede ärztliche Leistung muss ausschließlich von Ärztinnen und Ärzten erbracht werden. Aber – und das ist entscheidend – jede Versorgung muss ärztlich verantwortet bleiben. Die Auswahl-, Anleitungs- und Überwachung bleibt ärztlich, die Steuerung bleibt ärztlich, die Gesamtverantwortung bleibt ärztlich, aber die Durchführung kann an PAs delegiert werden. Für die Integration in die vertragsärztliche Versorgung brauchen wir jetzt klare Umsetzungsschritte durch Politik und Selbstverwaltung. Deshalb freuen wir uns über die gemeinsame Initiative mit den Ersatzkassen.“
Zu den Forderungen zählen neben der Möglichkeit zur Betreuung von Versicherten in Zweigpraxen unter ärztlicher Verantwortung eine bundesweit einheitliche Ausgestaltung der Studiengänge, verpflichtende Fortbildungsangebote für PAs, eine sachgerechte Anpassung der Honorarsystematik sowie die Aufnahme von PAs in die Delegationsvereinbarung im „Bundesmantelvertrag Ärzte“.
PAs im Einsatz des vdek-Modellprojekts „Regionale Gesundheitspartner“
Die Ersatzkassen erproben derzeit in dem Modellprojekt „Regionale Gesundheitspartner” den Einsatz nichtärztlichen Fachpersonals in drei Modellregionen mit großem Erfolg. Dabei zeigt sich, dass das ärztliche Personal, die Patientinnen und Patienten und die PAs gleichermaßen von diesem neuen delegativen Konzept profitieren.
„Auch im Rahmen des aktuell auf den Weg zu bringenden Primärversorgungssystems sollten spezialisierte Gesundheitsfachberufe wie PAs von Anfang an eingebunden werden“, betont von Maydell. So könnten ihre Kompetenzen zielgerichtet eingesetzt und nicht notwendige Arztkontakte reduziert werden.

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Michaela Gottfried, Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
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