Berlin – Unter dem Motto „Miteinander statt nebeneinander – für eine Gesellschaft, in der jede Psyche zählt“ findet vom 10. bis 20. Oktober 2026 die bundesweite Woche der Seelischen Gesundheit statt. In mehr als 200 Städten und Regionen informieren lokale Akteurinnen und Akteure mit über 1.000 Veranstaltungen über psychosoziale Hilfsangebote, psychische Gesundheit und Möglichkeiten zum Umgang mit seelischen Belastungen. Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen und die Frage, wie gesellschaftliche Teilhabe gelingen kann.
Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen erleben noch immer Ausgrenzung und erhebliche Hürden bei der gesellschaftlichen Teilhabe. Insbesondere bei Diagnosen wie Schizophrenie oder Suchterkrankungen sind Vorurteile und Stigmatisierung in der Bevölkerung weiterhin weit verbreitet und haben teilweise sogar zugenommen. Die Woche der Seelischen Gesundheit will dieser Entwicklung ein solidarisches Miteinander und die gemeinsame Verantwortung für psychische Gesundheit entgegensetzen.
2026 ist ein besonderes Jubiläumsjahr: Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit besteht seit 20 Jahren, gleichzeitig findet die Woche der Seelischen Gesundheit in Berlin zum 20. Mal statt. Das Jubiläum bietet Anlass, auf zwei Jahrzehnte Antistigma-Arbeit zurückzublicken und zugleich neue Impulse für Prävention, Teilhabe und eine nachhaltige Versorgung zu setzen.
Grußworte
Dr. Ina Czyborra, Berliner Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege ist erneut Schirmherrin der Berliner Aktionswoche. In ihrem Grußwort unterstreicht sie die Verantwortung der Gesellschaft: „Psychische Gesundheit ist keine private Frage der individuellen Verhaltensprävention, sondern auch die gesellschaftliche Aufgabe der Verhältnisprävention. Wer in Armut, prekärer Arbeit oder beengtem Wohnraum lebt, trägt ein deutlich höheres Risiko für psychische Erkrankungen. Deshalb darf sich Prävention nicht auf Appelle an den Einzelnen beschränken. Wir brauchen eine Politik, die gesunde Lebensverhältnisse gestaltet.“ Das ausführliche Grußwort finden Sie hier.
Dr. Raoul Borbé, Vorsitzender des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit, betont die Bedeutung der Aktionswoche: „Im Fokus stehen etablierte und innovative Projekte, die sich für Entstigmatisierung, Prävention und eine bessere Versorgung stark machen. Die Sichtbarkeit dieser Projekte wollen wir mit der Woche der Seelischen Gesundheit erhöhen. Gerade bei schweren psychischen Erkrankungen gilt dies im Besonderen, weil wir hier mit Sorge Entwicklungen beobachten, die das Rad zurückdrehen könnten.“
Auftaktveranstaltung
Den Auftakt zur bundesweiten und zur 20. Berliner Woche der Seelischen Gesundheit bildet am Freitag, 9. Oktober 2026 eine öffentliche Veranstaltung im Hotel Aquino in Berlin-Mitte. Auf dem Programm stehen Grußworte aus der Politik, Best-Practice-Projekte aus dem Netzwerk des Aktionsbündnisses sowie ein Impulsvortrag von Prof. Andreas Bechdolf, Chefarzt der Psychiatrie am Vivantes Klinikum Am Urban mit FRITZ und soulspace.
Im Anschluss diskutiert Moderatorin Sonja Kopitz mit Expertinnen und Experten die Frage, wie es nach 20 Jahren Aktionswoche mit der Antistigma-Arbeit weitergeht. Auf dem Podium sind dabei:
- Norma Kusserow, Landesbeauftragte für psychische Gesundheit in Berlin
- Uwe Wegener, Vorsitzender von bipolaris e. V. und Mental-Health-Aktivist
- Nova Meierhenrich, Moderatorin und Buchautorin („Wenn Liebe nicht reicht. Wie mir die Depression meinen Vater stahl“)
- Prof. Andreas Bechdolf, Chefarzt der Psychiatrie am Vivantes Klinikum Am Urban mit FRITZ und soulspace
Abgerundet wird der Abend mit einer Slam-Poetry-Performance des Berliner Kollektivs Kunst & Krawall.
Auf einen Blick
- Freitag, 9. Oktober 2026 I 17:30 bis 19:30 Uhr
- Hotel Aquino | Hannoversche Str. 5B I 10115 Berlin
- Veranstaltungsende gegen 19:30 Uhr I im Anschluss Get-together
- Anmeldung unter www.seelischegesundheit.net
Hintergrund
Im Aktionsbündnis Seelische Gesundheit engagieren sich Betroffene und Angehörige von Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie professionelle Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Versorgung, Gesundheitsförderung und Politik im trialogischen Austausch. Heute zählen rund 195 Organisationen zum Netzwerk. Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit wurde 2006 durch die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. (DGPPN) und den Verein Open the doors als Partner des internationalen Antistigma-Programms gegründet.
Die Woche der Seelischen Gesundheit findet jedes Jahr rund um den Welttag der Seelischen Gesundheit am 10. Oktober statt. Bundesweit bietet sie mehr als 1000 Veranstaltungen – digital und live vor Ort.
Interviews
Die Expertinnen und Experten des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit stehen vorab für Interviews und Hintergrundgespräche zur Verfügung.
